Grillmaster Flash kaese

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Mein Leben auf dem Standstreifen

Was bisher geschehen sein wurde…11.10.12

Ein Auszug aus dem 12. Kapitel des Buches „Grillmaster Flash – Ein Leben auf dem Standstreifen (Band 3)“.
Von Karl-Konstantin zu Knusper-Knäuschen.

„(…) es ist sicher keine Übertreibung, wenn man sagt, Grillmaster Flash’s Lebensstil hat eine radikale Wendung genommen, nachdem sein Debut-Album „Ich hätte das alles ganz anders gemacht“ im Spätsommer 2015 zu Massenpaniken in Plattenläden (damals gab es noch haptische Tonträger) und Internet-Musikbörsen führte.

Hatte Flash nur wenige Monate zuvor in einem 9½ qm Zimmer gehaust, so passten diese Maße heute auf die Fläche seines Betts – ein maßangefertigtes Einzelstück, das der Meister selbst Liebesaltar oder Ratzinsel nannte. Dieses Schlafgemach war ihm über alle Maße heilig, weswegen es das Zentrum seines aus drei Tetraedern bestehenden Anwesens bildete, um dessen Entwurf namhafte Architekten rangen, die schließlich alle passen mussten. – Flash machte doch lieber alles alleine.

Die Tetraeder-Gebäude waren im Rechten Winkel zueinander angeordnet, so dass sie in ihrer Mitte ein Quadrat formten, das aber nur drei Kanten hatte und dessen, in Richtung Babylon gewandte, Öffnung von einem prächtigen Torbogen aus Rigips und Lametta dekoriert wurde. Ging man hindurch, stand man in einem Hof, oder eher auf einer Art Marktplatz, auf dem sich ausschließlich Frauen aufhalten durften. Im Zentrum des Platzes erhob sich wiederrum eine Nachbildung des Disney-Schlosses im Maßstab 1:200. Sein Innenraum bestand ausnahmslos aus Schlafzimmer.
Flash hatte sich die Einrichtung bewusst bei seiner Oma abgeguckt, so war sein Daunenbettzeug mit Blümchen-Laken bezogen, auf dem Fußboden lag über knirschenden Dilenbrettern ein rauer Teppich und schwere algengrüne Gardinen zierten die einfach-verglasten Fenster. Auf diversen Nachttischen lagen gehäkelte Deckchen und auf allen befanden sich 80er-Jahre-Radiowecker – keiner davon war an eine Steckdose angeschlossen.

Alles das fand der der Grillmaster schick und extravagant, schließlich wollte er den zahlreichen potentiellen Konkubinen, die in seinem Hof Schlange standen, mit besonderem Sinn für Lifestyle imponieren und sich als Kenner vergangener Zeiten interessant machen, als Männer noch richtige Machos waren und gleichzeitig Benimmregeln kannten. Standesgemäß zogen die Frauen daher bei einem netten Bediensteten am Empfangsschalter einen bunten Zettel mit einer Nummer und konnten dann die Wartezeit (bis Flash sie in zufälliger Reihenfolge hereinbat) Eis Essen, Shoppen oder Achterbahn Fahren. Zwar war der Hausherr nicht wählerisch, dennoch konnten manchmal Wochen vergehen, bis man bei ihm rankam. Denn die Warteliste war lang und wurde, wie erwähnt, auf ihre chronologische Abfolge nicht überprüft, was man den Damen jedoch verschwieg – sie sollten nicht sauer werden. Außerdem war Flash noch anderweitig beschäftigt …

Da er mittlerweile sehr reich geworden war, hatte er jede Menge Zeit und konnte seinen Tagesablauf völlig frei gestalten. Hier ein mehr oder weniger typischer Tagesablaufsplan aus seinem Terminkalender:

Dienstag, 19. April 2016

13:00 : Aufstehen
13:30 : Besuch
13:35 : Frühstück
16:00 : Mittag
17:00 : Besuch
17:05 : Mittagsschlaf
20:00 : Hubschrauber Cruisen
21:00 : Besuch
21:05 : Duschen
21:45 : C-64
23:00 : Besuch
23:10 : Besuch
23:15 : Besuch
23:20 : Besuch
23:30 : Probe
04:00 : Disco
08:00 : Besuch
08:05 : Sauna
09:00 : Abendbrot
09:30 : Sandmännchen
09:40 : Heia
(…)“

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